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Dokumente archivieren – einfach, sicher und digital

Aktenaufbewahrung-digitale-Archivierungsmethoden

Die Archivierung von Dokumenten ist eine unverzichtbare Aufgabe für jedes Unternehmen – egal, ob Konzern, Mittelstand oder Start-up. Mit der zunehmenden Digitalisierung hat sich jedoch auch der Umgang mit den Dokumenten an sich grund­legend verändert. Immer mehr Betriebe setzen auf digitale Lösungen, um ihre Unterlagen effizient, sicher und platzsparend zu verwalten. In diesem Beitrag erfahren Sie, worauf es bei der modernen elektronischen Archi­vierung ankommt, wie Sie typische Stolperfallen vermeiden und welche Vorteile die digitale Ablage für Ihr Unternehmen bietet.

Was bedeutet Dokumente archivieren?

Dokumente archivieren bedeutet, wichtige Unterlagen so aufzu­bewahren, dass sie dauerhaft sicher, vollständig und leicht aufzufinden sind. Heutzutage versteht man darunter vor allem das Speichern auf digitalen Datenträgern – sei es von ursprünglich digitalen oder später digitalisierten Dokumenten. Dabei geht es nicht nur um die reine Ablage, sondern um eine struk­turierte und nachvollziehbare Orga­nisation mit dem Ziel, Dokumente jederzeit schnell wiederzufinden, gesetzliche Aufbewahrungsfristen zu wahren und gleichzeitig den Überblick zu behalten.

Welche Dokumente müssen archiviert werden?

Befasst man sich etwas ausführlicher mit den Dokumenten, die einer Archivierung bedürfen, kommt man schnell auf eine ganze Reihe von Unterlagen. So sind beispielsweise folgende Dokumente zehn Jahre lang aufbewahrungspflichtig:
  • Bücher und Aufzeichnungen
  • Inventare
  • Eröffnungsbilanzen
  • Jahresabschlüsse
  • Lageberichte
  • zum Verständnis dieser Dokumente erforderliche Arbeits­anweisungen und sonstige Organi­sations­unterlagen

Die Frist für Buchungsbelege wie Rechnungen hat sich seit Januar 2025 von zehn auf acht Jahre ver­kürzt. Diese Frist gilt für alle Buchungsbelege, deren Aufbe­wahrungsfrist zu Beginn des Jahres 2025 noch nicht abgelaufen ist. Einer Auf­bewahrungsfrist von sechs Jahren unterliegen diese Arten von Dokumenten:

  • Alle ein- und aus­gehenden Handels- und Geschäftsbriefe
  • Sonstige für die Besteuerung erfor­derliche Unterlagen
  • Dokumente wie Angebote, Auftrags­bestätigungen, Ver­sandpapiere usw.
Sonstige Fristen:
  • Personalakten: Spezi­fische gesetzliche Fristen gibt es nicht; jedoch empfiehlt es sich, Unterlagen wie Lohnabrechnungen, Arbeitsverträge, etc. für mindestens zehn Jahre aufzubewahren, insbesondere wegen möglicher arbeits­rechtlicher Ansprüche (z. B. nach dem Allgemeinen Gleichbe­handlungsgesetz).
  • Arbeitszeitnachweise: Gemäß dem Arbeits­zeitgesetz (ArbZG) besteht eine zwei­jährige Aufbewahr­ungspflicht.

Die Aufbewahrungsfristen beginnen immer mit dem Ende des Kalender­jahres, in dem das entsprechende Dokument erstellt oder zuletzt bearbeitet wurde. Ist die Frist ab­gelaufen, sind Unternehmen ver­pflichtet, die Dokumente ordnungs­gemäß zu vernichten – außer es gibt gesetzliche oder vertragliche Gründe für eine längere Aufbewahrung. Diese Regeln sind nicht nur büro­kratische Pflicht, sondern erfüllen auch einen wichtigen Zweck: Sie sorgen im Geschäftsverkehr für Beweissicherung und Dokumen­tation. Verstöße gegen die Aufbewahrungspflichten können zu empfindlichen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen führen.

Rechtliche Aspekte der Dokumenten­archivierung

Die GoBD – also die Grundsätze zur ordnungsgemäßen Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff – regeln, wie Unternehmen digitale Unterlagen ordnungsgemäß aufbewahren müssen.

Unveränderbarkeit:

Digitale Belege und Doku­mente müssen fälschungs­sicher gespeichert werden. Änderungen müssen voll­ständig protokolliert und jederzeit nachvollziehbar sein. Außerdem ist sicherzustellen, dass das Original sowie alle Änderungen mit Zeitstempel wiederhergestellt werden können.

Vollständigkeit und Richtigkeit:

Alle relevanten Belege, Rechnungen, Verträge oder Geschäftsdokumente gilt es, lückenlos zu erfassen und korrekt zu archivieren. Das nachträgliche Entfernen oder Auslassen von Daten ist unzulässig und kann bei einer Prüfung zu Problemen führen.

Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit:

Jeder Geschäftsvorfall muss von der Entstehung bis zur Archi­vierung eindeutig nach­vollziehbar sein. Hier ist eine Verfahrens­dokumen­tation erforderlich, die beschreibt, wie Ihr Unternehmen mit elektronischen Dokumenten umgeht, welche Systeme genutzt werden und wer welche Zugriffsrechte hat.

Zeitgerechte Erfassung:

Dokumente müssen zeitnah – in der Regel innerhalb von 10 Tagen – gebucht und archi­viert werden. Bareinnahmen und Kassenvorgänge müssen sogar täglich erfasst werden.

Ordnung und Struktur:

Eine klare Ablage ist uner­lässlich. Dokumente müssen eindeutig benannt, leicht auf­findbar und logisch sortiert sein. Einheitliche Ordnerstruk­turen, Indexierungen und Meta­daten unterstützen Sie dabei.

Aufbewahrungsfristen:

Je nach Dokumententyp gelten gesetzlich festgelegte Fristen von sechs, acht oder zehn Jahren. Die Frist startet jeweils mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem das Dokument entstanden ist.

Maschinelle Auswertbarkeit:

Die Finanzverwaltung muss elektronische Daten maschi­nell auswerten können. Daher sollten Dokumente in struktu­rierten Formaten wie CSV, XML oder DATEV vorliegen – reine PDFs oder Scans sind oft nicht ausreichend.

Zugriffsrechte und Datenschutz:

Zugriffe auf steuerrelevante Daten müssen klar geregelt und technisch abgesichert sein. Dazu gehören Zugriffs­kontrollen, Verschlüsselung, Backups, Virenschutz und Protokollierungen, um Manipulationen und Daten­verlust zu verhindern.

Systemwechsel und Datenmigration:

Auch bei einem Wechsel des Archivsystems oder beim Um­zug in die Cloud gilt GoBD-Konformität. Alle Daten müssen vollständig, unver­ändert und auswertbar übernommen werden. Die Verantwortung bleibt immer beim Unternehmen – auch wenn externe Dienstleister beteiligt sind.

Vorteile der Dokumenten­archivierung

Die sichere digitale Dokumenten­archivierung schützt Unternehmen nicht nur vor Datenverlust und Rechtstreitigkeiten, sie hilft gleich­zeitig dabei, die vielen Vorteile der Digitalisierung zu nutzen.

  • Weniger Platzbedarf: Weder Ordner, Regale oder zusätzlichen Archivräume sind erforderlich.
  • Schnelle Auffindbar­keit: Umfassende Filterfunktionen und Verschlagwortung machen Dokumente in Sekunden durch­suchbar. Das spart Ihnen Zeit bei der Vorbereitung und Durchführung von Revisionen.
  • Produktivere Abläufe: Mitarbeitende haben alle benötigten Unterlagen sofort zur Hand und können schneller weiterarbeiten.
  • Erfüllung von Compliance-Standards: Die Dokumenten­archivierung erleichtert die Organisation und Einhaltung für Dokumente in der Cloud und stellt die Erfüllung der gesetz­lichen Standardvorgaben sicher.
  • Notfallplan im Ernstfall: Ob Datenschutzverletzungen oder Naturkatastrophen – die damit verbundenen Probleme lassen sich schnell lösen und die Geschäftskontinuität durch aktive Redundanz in regelmäßigen Backups aufrechterhalten.
Führung 4.0

Doch das Archivieren von Dokumenten ist trotz aller Vorteile kein Prozess, der sich von heute auf morgen umsetzen lässt. Eine gute Vorbereitung und eine solide Strategie sind das A und O, wenn Ihr Unternehmen Dokumente digital archivieren möchte. Mit wachsender Menge an Daten vergrößert sich auch das Archiv. Deswegen ist es von Anfang an wichtig, sich für ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) zu entscheiden, das auf eine permanente Weiterentwicklung ausgelegt ist.

Worauf es bei der digitalen Archivierung ankommt

Vorhandene Papierdokumente digitalisieren

Manche der in Ihrem Unter­nehmen vorhandenen Doku­mente liegen oftmals nur auf Papierbasis vor und müssen vorab in eine digitale Form gebracht werden. Zur Digita­lisierung eignet sich am besten ein Scanner. Zur langfristigen Archivierung digitaler Doku­mente empfehlen sich TIF- oder PDF/A-Formate. sodass die gesetzlichen Anforderungen zur Datenspeicherung erfüllt sind.

Die Struktur für das digitale Archiv aufbauen

Haben Sie alle Dokumente digitalisiert, geht es darum, eine Struktur für das digitale Archiv zu finden. Diese sollte vor allem einheitlich, konsequent und ein­fach sein. Unbedingt abzuraten ist beim Dokumente archivieren von Bezeichnungen, die so kompliziert sind, dass sie sich niemand merken kann. Wählen Sie daher am besten Betite­lungen, die auch nach mehreren Jahren noch nachvollziehbar und leicht auffindbar sind. Gerade Dateinamen mit Datumsbe­zeichnungen und eindeutige Titel nach dem Schema Jahr-Monat-Tag-Thema bieten sich an dieser Stelle an.

Schulungen und Trainings

Wichtig ist zudem, dass Sie Ihre Mitarbeitenden ausreichend schulen. Auch wenn das mit ent­sprechenden Kosten ver­bunden ist, sollten Sie diese Investition nicht missachten. Sind nämlich alle in der Beleg­schaft mit dem digitalen Arbeiten vertraut, lernen sie schnell die Vorteile des Systems zu schätzen und ein digitales Dokumentenarchiv zur erheblichen Effizienzsteigerung zu nutzen. In einer direkten Gegenüberstellung von Schulungskosten und gesamten Einsparungen durch ein digitales Archiv zeigt sich dabei schnell, wie sinnvoll eine solche Investition ist.

Dokumente archivieren erfordert eine Anpassung von Prozessen

So wie alle Veränderungen in einem Unternehmen bedeutet das digitale Archivieren von Dokumenten zu­nächst ein wenig Mehrarbeit. Gerade wenn es sich um eine komplette Umstellung auf ein papierloses Arbeiten handelt, müssen etliche Prozesse und Arbeitsabläufe an­gepasst und auf die neue Arbeits­weise eingestellt werden. Keine Frage, dass Sie und Ihr Team deswegen einiges an Arbeit inves­tieren müssen. Dennoch sollte die Dokumentenarchivierung weder Ihren Arbeitsalltag beeinträchtigen noch die Ihrer Mitarbeitenden bereits im Vorfeld demotivieren, weil sie die Vorteile eines digitalen Archivs nicht direkt erkennen.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, von Anfang an ein erfahrenes Expertenteam hinzuzuziehen, das Sie beim Dokumente archivieren unterstützt. Es hilft Ihnen zu erkennen, was Ihr Unternehmen wirklich braucht, welche die beste Lösung für Sie ist und wie Sie diese effizient in Ihrem Unternehmen implementieren. Es gibt Ihren Mit­arbeitenden zudem die nötige Unterstützung in Bezug auf die Dokumentenarchivierung und begleitet sie in ihrem Arbeitsalltag. So lassen sich mögliche Schwie­rigkeiten direkt umgehen und Probleme sofort und in der Praxis lösen. Damit ist auch die Umstellung auf ein digitales Archiv keine Behinderung in Sachen Effizienz und Effektivität im Betriebsablauf – und Sie können sich sicher sein, dass Ihre Dokumente korrekt archiviert sind.

Rechnungen-digitalisieren-E-Rechnung

Fazit

Fakt ist: Eine digitale Dokumenten­archivierung spart nicht nur Zeit und Platz, sondern sorgt außerdem für mehr Sicherheit, Transparenz und Effizienz in Ihrem Unternehmen. 

Indem Sie auf klare Strukturen, rechtssichere Abläufe und moderne Systeme setzen, behalten Sie den Überblick und sind optimal für Prüfungen und zukünftige Anforderungen gerüstet.

Employee Engagement

Häufig gestellte Fragen zu Dokumenten­archivierung

Was bedeutet Dokumenten­archivierung?

Unter Dokumentenarchivierung versteht man eine zeitlich unbe­grenzte Aufbewahrung von Dokumenten und Daten. Ganz exakt definiert das Bundesamt für Sicherheit in der Informa­tionstechnik (BSI) den Begriff als eine „dauerhafte und unver­änderbare Speicherung von elektronischen Doku­menten und anderen Daten“. Grundsätzlich geht es bei der Archivierung also um die Speicherung von Dokumenten und Daten, die nur noch gelegentlich oder gar nicht mehr benötigt werden und die aufbewahrungspflichtig oder aufbewahrungswürdig sind.

Warum ist es wichtig, Dokumente zu archivieren?

Die Archivierung von Doku­menten ist wichtig, um eine effiziente Organisation und die Wiederauffindbarkeit von Infor­mationen zu gewährleisten. Sie ermöglicht die langfristige Aufbewahrung wichtiger Doku­mente, stellt die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen sicher und verbessert die Produktivität, indem wertvolle Zeit für die Suche und das Wiederauffinden von Dokumenten eingespart wird.

Wie lange werden Dokumente normalerweise archiviert?

Je nach Art der Dokumente gelten unterschiedliche Aufbe­wahrungsfristen. In der Regel liegen diese bei zehn (Ge­schäfts­berichte oder Bilanzen), acht (Rechnungen und Buchungsbelege) oder sechs (Lieferscheine, Angebote oder Auftragsbestätigungen) Jahren.

Was macht eine gute Archivierungssoftware aus?

Eine geeignete Software zur digi­talen Archivierung muss ver­schiedene gesetzliche Anforder­ungen erfüllen. Darunter bei­spielsweise die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von digitalen Unterlagen und Büchern (GoBD). Darüber hinaus sind auch Faktoren wie die einfache Bedienbarkeit, Flexibilität hinsichtlich der Dateiformate und Kompatibilität mit allen Betriebssystemen bei der Auswahl einer geeigneten Software wichtig. KI-basierte Funktionen sind ebenfalls hilfreich, um den Textinhalt aus den Dokumenten zu extrahieren und diese damit besonders leicht auffindbar zu machen.
Sie haben Fragen?

Wenn Sie allgemeine Fragen zu DocuWare haben oder spezielle, die Ihr Unternehmen betreffen, wenden Sie sich gern an uns.

Jedes Unternehmen hat unter­schiedliche Anforderungen an das Dokumenten­management. Aber wir haben DocuWare schon bei so vielen Unternehmen unterschied­lichster Branchen eingeführt, dass wir Ihnen sicher helfen können.

Niklas Krueger
Ihr Ansprechpartner

Niklas Krüger

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Quelle: DocuWare Europe GmbH