IHK Magazin berichtet über Niklas Krüger

Unter der Rubrik "Focus Chefbüro" berichtete die IHK Braunschweig kürzlich in ihrem Magazin über unseren Geschäftsführer Niklas Krüger:

Fokus Chefbüro: Niklas Krüger

April 2014

Wer Digitalisierung sagt, kommt meist nicht umhin, das Buzzword Disruption mitzuliefern. Für die Firma Reese in Braunschweig-Rüningen stellt das Aufbrechen und Ersetzen bestehender Strukturen seit jeher eine Konstante dar. Nicht immer war der Wandel technisch bedingt, wie Niklas Krüger, der das Familienunternehmen in dritter Generation führt, bei unserem Vor-Ort-Besuch erklärt: Der technologische Fortschritt sei ein Aspekt. Die durchaus skurrilen Werdegänge der jeweiligen Verantwortlichen ein anderer.

»Als meine Mutter meinen Vater heiratete, war der noch Dekorateur bei C&A. Da er schon immer ein Faible für Messtechniken hatte, schulte er zum Vermessungstechniker um und brachte diesen Bereich Ende der 60er-Jahre in den Betrieb ein«, erzählt der 44-Jährige.

Buero

Pragmatisch eingerichtet und aufgeräumt ist das Büro von Niklas Krüger. Fotos der beiden Kinder Antonia und Tim sowie Ehefrau Carmen sorgen für eine persönliche Note.

Foto: André Pause

Niklas Krueger

Niklas Krüger

Foto: André Pause

Drei Generationen

Gegründet wurde das ursprüngliche Unternehmen mit dem Namen Reese Pausen-Zeichnen-Messen im Jahr 1960 (die Umwandlung in eine GmbH erfolgte 1980) durch Eberhard Reese, den Großvater von Niklas Krüger. Der hatte – zunächst noch in seiner Privatwohnung in der Bernerstraße – Lichtpauspapiere vertrieben. Zur Kundschaft gehörte schon in der Anfangszeit die Maschinenbau- und Architekturszene der Stadt. Insofern habe des Vaters Disziplin Geodäsie in Form von Streckenmessung und Landvermessung eigentlich ganz gut zum originären Kerngeschäft gepasst. Gleiches gelte für das Segment der kleinen Kopierer, das in den 80er-Jahren auf Anregung eines Mitarbeiters hinzukam, »zunächst allerdings ein Randbereich war und etwas lieblos nebenherlief, weil es nicht in das Schema des großflächigen Kopierens passte«.
Besagter Mitarbeiter war pikanterweise der zweite Ehemann von Mutter Karin. »Damit waren sowohl mein Vater als auch mein Stiefvater hier beschäftigt«, lacht Krüger, »zumindest vordergründig sind die beiden gut klargekommen, konnten Unstimmigkeiten aber auch gut kaschieren.«

Anfänge als Auslieferungsfahrer

Damals habe für ihn festgestanden: diese Gemengelage tu’ ich mir nicht an. Niklas Krüger, der bei Vater Werner aufwuchs, absolvierte eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann beim Grossohaus Salzmann. Die machte ihm unglaublich viel Spaß, und eigentlich wäre er auch gerne beim Pressevertriebshaus geblieben – wäre dort nicht verfügt worden, ausgerechnet in seinem Abschlussjahrgang keine Auszubildenden zu übernehmen. Mutter Karin, die als gelernte Bankkauffrau ursprünglich die Buchhaltung erledigte und später in die Geschäftsführerposition hineinwuchs, schob einem sich anbahnenden Schlendrian unverzüglich einen Riegel vor, indem sie den Sohn als Auslieferungsfahrer in den Familienbetrieb holte. »Damals haben wir alles was wir verkauft haben, mit eigenen Lkw zur Kundschaft gebracht: vom Radiergummi über Büromöbel bis zum Kopierer. Das Gebiet erstreckte sich von Hannover bis Magdeburg und von Bergen bis Göttingen«, erinnert sich Krüger, der mit vollgepacktem Transporter nicht nur Material und Maschinen auslieferte, sondern die Maschinen auch reparierte.
Eigentlich habe er damals so schnell wie irgend möglich wieder weggewollt, sagt der Geschäftsführer heute. Zwei oder drei Zusagen lagen ihm bereits vor, als eine von Großvater Eberhard Reese einberufene »Familienzusammenkunft« im Jahre 1997 – zunächst unbewusst, später bewusst – einen Umdenkprozess einläutete. »Wir müssen mehr mit der Zeit gehen, in Richtung großformatiges Drucken: Plotter«, forderte der Senior.

Mit der Zeit gehen

Obwohl Niklas Krüger bis dahin rein gar nichts mit Computern am Hut hatte, war er in der Folge für die Beratung und den Vertrieb von Plottern verantwortlich. Nebenher fungierte er als rechte Hand und ständiger Ansprechpartner beim Aufbau des firmeneigenen IT-Netzwerkes, den ein befreundetes Unternehmen in Mannheim übernahm. Dort wurde er ebenso geschult, wie von der niederländischen Firma Océ (heute im Canon-Konzern) in Venlo im Bereich großformatige Ausgabesysteme. »Ich bin heute noch dankbar dafür, weil ich das Geschäft von der Pike auf gelernt habe, und zwar auf die holländische Art. Unsere Nachbarn gehen in Projekten lockerer, vor allem aber viel strukturierter ans Werk«, schwärmt der Reese-Chef.

Vom Fachhändler zum Dokumenten-Systemhaus

Kurze Zeit später stieg das Unternehmen mit Autodigit in den Vertrieb der Dokumentenmanagementsysteme ein, womit der Wandel vom Fachhändler für Scanner, Drucker und Co. zum Dokumenten-Systemhaus begann. Zwar mache der Hardwarebereich heute noch immer 60 bis 70 Prozent des Geschäfts aus, allerdings drehe sich der Wind, so Krüger: »Software wächst in zunehmendem Maße. Ich denke, dass wir in den nächsten zwei Jahren den Break haben werden. Dann werden Dokumentenmanagement und Workflowlösungen das Hardware-Geschäft überholen.«
Fertige Lösungen, selbst für »die Klassiker« im Bereich »Dokument«, beispielsweise einen Rechnungseingangsworkflow, gebe es gar nicht, was das Geschäft mitunter nervenaufreibend mache. Selbst hochindividuelle Prozesse werden im Nachgang oft noch angepasst, weil sich quasi über Nacht die Rahmenbedingungen verändern: durch gesetzliche Anforderungen oder auch durch neue Tools und Schnittstellen. »Das ist für den Kunden einerseits spannend, weil er immer neue Möglichkeiten hat, für uns bedeutet das im Rückschluss, dass gefühlt immer mindestens ein Mitarbeiter auf einem Lehrgang ist«, seufzt Niklas Krüger, dessen Belegschaft derzeit 20 Mitarbeiter umfasst. Der Fachkräftemangel mache auch ihm zu schaffen: ein halbes Jahr habe die Firma im Netz zuletzt durchgehend ausgeschrieben – letztlich ohne Erfolg. Um die Lücken in den eigenen Reihen zu schließen, bildet die Reese GmbH im kaufmännischen und jetzt auch im technischen Bereich aus. Letzterer muss auf Sicht dringend weiter ausgebaut werden.

Eigenverantwortung muss sein

Besonders wichtig ist Niklas Krüger, »dass die Leute Bock haben und sich wohl fühlen«. Auf »par ordre du mufti« könne er gut verzichten. Er halte sich eher im Hintergrund und setze auf Eigendynamik und Eigenverantwortung. Auch das Arbeiten im Homeoffice sei mit einigen Abstrichen selbstverständlich. Und solange Telefon und Technik freitags mit jeweils einer Person besetzt sind, könne ab 13 Uhr jeder ins Wochenende und machen, was er wolle.
Er selbst stehe dann auch mal etwas früher – im Regelfall ist frühestens gegen 18 Uhr Feierabend – auf dem Kissenbrücker Golfplatz: mit seinem Sohn Tim oder auch mit drei Mitarbeitern, die sich bis dato von der Leidenschaft haben anstecken lassen.
Das Fußballspielen mit der Thekenmannschaft habe er »als stolzer Besitzer von zwei Bandscheibenvorfällen« dagegen notgedrungen aufgeben müssen. Immerhin sei ihm der passive Genuss geblieben, wenn er auf der Tribüne mit der Eintracht leide. Das dürfe durchaus wörtlich genommen werden. Das erste Mal im Stadion sei er mit sechs gewesen, das habe ihn geprägt, sagt Krüger.

Neues Heim

Entspannung findet der zweifache Familienvater (Tochter Antonia ist gerade 18 geworden, Sohn Tim ist 14) in den heimischen vier Wänden, die sich seit drei Monaten in Wolfenbüttel befinden. Er schwärmt: »Wir sind in ein fantastisches, ländlich gelegenes Haus gezogen. Der Wohnraum in unserem alten Domizil in Stöckheim war schon ein wenig eingeschränkt. Als wir das Angebot erhalten haben, brauchte der Familienrat nicht lange tagen. Preislich hat es gepasst und in Braunschweig hätten wir uns ein Haus in dieser Größe wohl auch nicht leisten können.«
Eine weitere Leidenschaft der Krügers ist der Besuch guter Restaurants. »Das machen wir unheimlich gerne. Die Kinder sind mittlerweile ohnehin später als wir zuhause, von daher können wir das richtig genießen«, erzählt der Hausherr. Bisweilen habe er aber auch nichts dagegen, wenn Ehefrau Carmen einen Schnulzenfilm im Fernsehen schauen möchte. Dann ziehe er sich schon mal ans Laptop zum Arbeiten zurück oder höre Musik.

Die Plattensammlung ist zurück

»Früher konnte es gar nicht schnell und laut genug sein, das ist aber irgendwann einmal umgeschlagen. Heute habe ich es gerne ein bisschen gediegener, bin ein großer Pink Floyd-Fan und höre auch viele andere Sachen, die in diese Richtung gehen. Außerdem habe ich in den vergangenen Jahren eine Liebe zum Jazz entwickelt«, sagt Krüger, »dafür muss ich dann auch wirklich alleine sein.« Derzeit höre er ausschließlich iTunes, was sich jedoch bald wieder ändern könnte. Die auch durch den Vorbesitz des Vaters ziemlich umfangreiche Plattensammlung stehe schon in der Wohnung und beizeiten soll ein neuer Plattenspieler ins Haus. »Vor dem Umzug hatten wir ein kleines Platzproblem. Jetzt gibt es eine schöne Ecke zum Musikhören. Bildlich habe ich mir das schon vorgestellt«, frohlockt der Reese-Chef.
Die Firmenfeier zur Einweihung des neugestalteten Firmengebäudes am 17. Mai ab 15 Uhr könne er doch dann eigentlich auch übernehmen? »Um Gottes Willen«, lacht er, »den Job übernimmt jemand, der etwas davon versteht.«


Text und Fotos: André Pause

Referenzen.

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